Schulalltag

Schwierigkeiten
Vorbereitung auf die Schule
Hilfen in der Schule 

 
Durch die Symptomatik von ADHS sind Schwierigkeiten im Schulalltag häufig vorprogrammiert. Die geringe Aufmerksamkeitsspanne, das Sprunghafte, die körperliche Unruhe oder die Verträumtheit − diese für ADHS typischen Eigenschaften passen nicht gut zu den Anforderungen des Schulunterrichts.
 
Durchschnittliche Intelligenz
Kinder mit einer ADHS sind im Durchschnitt genauso intelligent wie alle anderen Kinder: Das heißt überdurchschnittliche oder unterdurchschnittliche Begabungen kommen genauso oft vor wie bei Kindern ohne die Erkrankung. Mehr dazu erfahren Sie auch in der Rubrik Mythen. Schulische Probleme dieser Kinder hängen also meist nicht mit ihrer Intelligenz zusammen.
 
Das Leistungsvermögen kann nicht genutzt werden
Kinder mit ADHS können durch die Symptome der Störung häufig ihre Leistungsfähigkeit nicht voll ausschöpfen. Typische Schwierigkeiten sind z.B.:
  • Motorische Unruhe: Das Kind hält es nicht aus, die erforderlichen 45 Minuten oder länger an seinem Tisch zu sitzen. Die aufgestaute Unruhe entlädt sich häufig auch in unpassenden Aktionen z.B. indem das Kind ständig aufsteht und stört.
  • Unaufmerksamkeit: Die geforderten Konzentrationszeiten sind zu lang. Die Aufmerksamkeit driftet ab.
  • Schreiben: Schwierigkeiten mit der Feinmotorik führen zu Problemen beim Schreiben. Die Handhaltung der Kinder ist verkrampft und sie üben zu viel Druck auf den Stift aus. Meistens verschlimmert sich die Schrift unter Zeitdruck noch weiter.
  • Schwierigkeiten beim Lesen: Kinder mit ADHS „hüpfen“ häufig mit den Augen über Texte und nehmen sie so nur in Bruchstücken wahr. Als Ausweg werden Wörter geraten, anstatt sie vollständig zu lesen. Gleiches gilt auch für Aufgaben.

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Um den Schwierigkeiten in der Schule entgegenzuwirken, ist es für Kinder mit ADHS sehr wichtig, schon zu Hause den Schultag vorzubereiten.
 
Folgende Tipps können dabei helfen, :
  • Hausaufgabenheft führen, eventuell vorschreiben, so dass nur noch die wichtigsten Infos eingetragen werden müssen.
  • Schulranzen zu einem festen Termin im Tagesablauf am Tag zuvor packen. Dazu gehört auch die Vorbereitung des Arbeitsmaterials, z.B. das Spitzen von Stiften. In der Schule sollte alles sofort „startklar“ sein.
  • Hefte für jedes Fach mit verschiedenen Umschlag-Farben „markieren“.
  • Zusammengehörige Hefte und Bücher „bündeln“, z.B. durch eine Mappe oder einzelne Abteilungen im Ranzen.
  • Spielsachen, Andenken oder sonstige Dinge sollten nicht zusätzlich den Ranzen füllen.

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Auch im Schullalltag gibt es Hilfen, die es dem Kind erleichtern können, erfolgreich am Unterricht teilzunehmen. Diese Tipps sollten Sie mit dem Lehrer und dem Kind durchsprechen.
  • Ein Sitzplatz alleine und möglichst nah beim Lehrer kann dem Kind helfen, da es weniger abgelenkt wird und der Lehrer schneller helfen oder eingreifen kann.
  • Feste Klassenregeln unterstützen das Kind bei der Orientierung. Am besten, werden sie als Erinnerung sichtbar im Klassenzimmer aufgehängt.
  • Genau wie zu Hause sollte der Arbeitstisch des Kindes in der Schule nur die gerade benötigten Arbeitsmaterialien enthalten und aufgeräumt sein.
  • Wissensabfragen über Multiple Choice oder mündliche Prüfungen erlauben dem Kind sein Können zu zeigen, ohne zusätzlich durch eventuelle Schreibprobleme belastet zu werden.
  • Auch die Nutzung eines Computers als „Schreibhilfe“ für Hausaufgaben oder im Klassenzimmer kann für ADHS-Kinder hilfreich sein.
  • Um die Aufmerksamkeit des Kindes zu sichern, können Blickkontakt oder die Abmachung „geheimer“ Zeichen (z.B. für „Pass auf!“) helfen.
  • Der Bewegungsdrang des Kindes kann über kleinere „Aufgaben“ ausgelebt werden: z.B. wenn das Kind der „Tafelwart“ ist und aufstehen darf, um die vollgeschriebene Tafel zu wischen.
Am wichtigsten wird jedoch von den meisten Kindern die Beziehung zum Lehrer empfunden:
  • Das Kind sollte nicht vorgeführt oder bloßgestellt werden.
  • Auch die Stärken des Kindes sollten wahrgenommen und gelobt werden.
  • Der Lehrer sollte das Kind vor Diskriminierung schützen.
Grundlage für eine erfolgreiche Einführung dieser Maßnahmen ist eine positive Zusammenarbeit mit dem Lehrer. Um dem Lehrer mehr Informationen zur Unterrichtsgestaltung und dem Umgang mit ADHS an die Hand zu geben, können Sie auch auf spezielle Seiten für Lehrer verweisen.