Über ADHS reden

Einen guten Zuhörer finden
Mit Fremden reden
Mit Vorurteilen umgehen

Kinder mit ADHS erzählen ganz unterschiedliche Dinge über ihre Gefühle und Gedanken, nachdem ihnen gesagt wurde, dass sie ADHS haben. Manche sind froh, dass sie endlich wissen, „was los ist“. Andere finden die Vorstellung ganz furchtbar, dass sie „krank“ sein sollen.
 
Wie ist das bei Dir?
Hast Du von Deinem Arzt gesagt bekommen, dass Du ADHS hast? Oder weißt Du es vielleicht noch gar nicht so genau?  Ganz egal, wie weit die Diagnose ist und wie Du Dich jetzt fühlst: Es ist wichtig, dass Du mit jemandem darüber redest. Du hast bestimmt eine Menge Fragen, die Du gerne loswerden möchtest. Als erstes wird wahrscheinlich Dein Arzt mit Dir über ADHS reden.
Hab keine Angst, ihm dabei Löcher in den Bauch zu fragen! Er kann Dir als Experte sehr viele Deiner Fragen beantworten. Und vergiss nicht, es gibt keine dummen Fragen, wenn es um Dich und Deine Gesundheit geht. Ärzte sind auch nur Menschen und wissen, wie wichtig und aufregend so ein Gespräch für Dich ist.
 



Auch wenn Du mit Deinem Arzt geredet hast, werden Dir später bestimmt noch Fragen oder Sorgen einfallen.
 
Erste Ansprechpartner sind dann wahrscheinlich Deine Eltern: Sie sind am meisten bei Dir und haben sich bestimmt mit dem Thema ADHS ausführlich beschäftigt.
 
Manchmal ist es allerdings extrem schwierig mit den eigenen Eltern zu reden – vielleicht weil man sich gerade nicht so gut versteht, weil man ihnen nicht alles erzählen will oder weil man sie nicht mit den eigenen Sorgen belasten will.
 
Dann ist es wichtig, dass man sich einen anderen Erwachsenen aussucht, dem man vertraut und der mehr über das Thema ADHS weiß. Das kann ein Onkel, eine Tante oder einfach ein erwachsener Freund sein, den Du besonders gern magst. Hauptsache, Du hast jemanden mit dem Du Deine Fragen, Gedanken und auch Sorgen besprechen kannst.
 
Wenn Du das Gefühl hast, dass Du Dich niemandem in Deiner Umgebung anvertrauen kannst oder willst, dann findest Du unter „Kleine Helfer“ Tipps zu neutralen Ansprechpartnern.
 

Wem erzählt man von ADHS? Wenn die Diagnose ADHS fest steht, beschäftigt Dich und Deine Eltern diese Frage sehr wahrscheinlich. Wichtig ist, dass Du bei dieser Frage auf jeden Fall ein Mitspracherecht hast: Schließlich geht es um Dich!
 
Manche Leute reagieren richtig blöd, wenn man Ihnen von der Diagnose erzählt. Deshalb ist es okay, wenn Du es nicht jedem auf die Nase binden willst. Habe aber auch im Hinterkopf, dass es in einigen Fällen von den Leuten kein böser Wille ist, sondern einfach Unwissenheit oder falsche Informationen. 
Anderen von Deiner ADHS zu erzählen, hat den Vorteil, dass Du vielleicht besser mit ihnen klarkommst, wenn sie wissen, mit welchen Tricks Dir manche Sachen leichter fallen.
 
Am besten besprechen Du und Deine Eltern dieses Thema zusammen. Falls ihr unterschiedliche Ansichten habt, hör Dir ihre Argumente trotzdem gut an: Sie haben sich wahrscheinlich schon eine Menge Gedanken dazu gemacht.
 

Viele der Dinge, die Leute felsenfest über ADHS zu wissen meinen, stimmen einfach nicht. In so einem Fall kannst Du versuchen, sie über den Irrtum aufzuklären und mit ihnen darüber zu reden. Unter „Das stimmt doch gar nicht“ findest Du einige Tipps dazu.
 
Es gibt aber auch Leute, die lassen sich nicht überzeugen – da kann man nicht viel machen: Am besten versucht man, diese Leute links liegen zu lassen und ihre Meinung nicht so ernst zu nehmen.
Vielleicht gehören aber auch Leute zu diesen Personen, mit denen Du Kontakt haben musst, wie Dein Lehrer oder Deine Klassenkameraden. Wenn eine dieser Personen Dich schlecht behandelt, dann solltest Du auf jeden Fall mit jemandem darüber reden, zum Beispiel mit Deinen Eltern oder einem anderen Erwachsenen, dem Du vertraust.